Perfektionismus bei Kindern: Fluch oder Segen?
Es gibt Kinder, die wollen immer alles richtig machen. Warum Perfektionismus nicht immer positiv ist und welche Ängste und Bedürfnisse oft dahinter stecken ...

Perfektionistische Kinder möchten unbedingt alles richtig machen. Das kann eine eine sehr positive Eigenschaft sein.
Jedoch sollten Eltern auch immer nach der Ursache von perfektionistischem Verhalten bei Kindern suchen. Wie Eltern damit umgehen können, wenn Kinder immer alles richtig machen möchten, erfahren Sie hier.
Aufwachsen in einer Fehler-Kultur
Wir leben in einer Gesellschaft, in der der Einzelne nicht selten an seiner Leistung gemessen wird. Ob in der Schule, beim Sport oder in der Freizeit.
Die Devise lautet oft: höher, weiter, schneller. Schon Kinder nehmen diese hohen Anforderungen wahr und gehen unterschiedlich damit um.
Manche Kinder nehmen diese gelassen. Andere mauern und wieder andere entwickeln perfektionistisches Verhalten.
Was bedeutet es, wenn mein Kind immer alles richtig machen will
Sicherlich liegt Perfektionismus auch ein wenig in den Genen und es gibt ehrgeizige und weniger ehrgeizige Kinder. Jedoch kann man davon ausgehen, dass perfektionistisches Verhalten auch mit der Vermeidung von Fehlern zu tun hat.
Gerade dann, wenn das Machen von Fehlern zu Wut, Aggressionen und Selbstzweifeln führt. Menschen, die immer alles richtig machen müssen, haben manchmal Angst vor Kritik oder Rückschlagen und somit vor Anerkennungsverlust.

Aber wie können Eltern Kindern zeigen, dass Fehler okay sind und dass ihre Liebenswürdigkeit dadurch keinen Schaden nimmt?
Zuneigung nicht von Leistung abhängig machen
Wir neigen dazu, positives Verhalten zu belohnen. Dadurch lernen bereits kleine Kinder, dass eine gute Leistung für Wertschätzung sorgt.
Eltern können versuchen, guten Noten nicht übermässig viel Aufmerksamkeit zukommen zu lassen. Stattdessen sollten die Bemühungen wertgeschätzt werden – auch wenn das Ergebnis nicht perfekt ist.
Fördern Sie die Freude am Lernen. Zeigen Sie Ihrem Kind, dass Leistung nichts mit seinem Wert als Mensch zu tun hat und es immer liebenswert ist.
Wie Kinder lernen, mit Frustration umzugehen
In den ersten Lebensjahren lernen Kinder, Schritt für Schritt auch mit Frustrationen umzugehen. Dies trägt massgeblich zu einer hohen Resilienz, dem Umgang mit schwierigen Situationen, bei und ist eine wertvolle Eigenschaft fürs Leben.
Fehler gehören zum Leben dazu und können sogar eine Chance sein. Ebnen Sie daher nicht immer wieder den Weg für Ihr Kind.

Vertrauen Sie auf seine Fähigkeiten und stehen ihm beim Lösen kleiner Probleme zur Seite. Ist Ihr Kind nach einer schlechten Note oder einem verlorenen Fussballspiel verzweifelt oder tief verunsichert?
Verursacht der Perfektionismus Ihres Kindes soziale Probleme oder führt zu Schwierigkeiten in der Schule? Dann sollten Sie vielleicht eine Beratung durch einen Psychologen in Betracht ziehen.