Wie der Body-Positivity-Trend unsere Kinder beeinflusst

Laura Martin
Laura Martin

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Die Botschaft der Body-Positivity-Bewegung ist eindeutig: Liebe deinen Körper so, wie er ist. Trotz aller guten Absichten wirft das aber auch Fragen auf.

Selbstbewusste, starke Kinder zu haben, ist wohl der Wunsch aller Eltern.
Selbstbewusste, starke Kinder zu haben, ist wohl der Wunsch aller Eltern. - Depositphotos

Ist es wirklich gesund, unseren Kindern beizubringen, sich ständig auf ihr Aussehen zu konzentrieren? Und was passiert, wenn die Realität der Selbstakzeptanz komplizierter wird?

Body Positivity: Segen oder ein Fluch?

Die Body-Positivity-Bewegung hat ihre Wurzeln in den 1960er-Jahren. Ins Leben gerufen wurde sie von schwarzen Frauen.

Sie kämpften gegen die gesellschaftlichen Normen an, die bestimmte Körpertypen als weniger wertvoll ansahen. Heute umfasst die Bewegung Menschen aller Rassen, Geschlechter und Altersgruppen mit dem Ziel einer Welt ohne körperliche Diskriminierung.

Gerade im Teenageralter dreht sich ganz viel ums Selbstbild.
Gerade im Teenageralter dreht sich ganz viel ums Selbstbild. - Depositphotos

Aber selbst innerhalb dieser Bewegung gibt es Bedenken. Die ständige Betonung des eigenen Aussehens kann zu übermässiger Besessenheit führen, auch wenn diese im Kontext der Body Positivity steht.

Das Dilemma der positiven Affirmation

Positive Affirmationen sind nicht immer hilfreich, besonders wenn sie unrealistisch sind. Wenn Menschen wiederholt positive Aussagen hören oder sagen, die sie nicht glaubwürdig finden, kann das sogar negative Effekte hervorrufen.

Das Streben nach ständiger Selbstliebe kann Druck erzeugen und zu Schuldgefühlen führen, wenn man nicht immer ein positives Körperbild hat. Dabei ist es völlig normal, seinen Körper an manchen Tagen weniger zu lieben.

Eltern sollten auch aufpassen, wie sie sich vor ihren Kindern geben und im Austausch mit dem Nachwuchs bleiben.
Eltern sollten auch aufpassen, wie sie sich vor ihren Kindern geben und im Austausch mit dem Nachwuchs bleiben. - Depositphotos

Zudem konzentriert sich der aktuelle Diskurs zu stark auf Selbstliebe und ignoriert dabei oft den Kampf gegen systemische Barrieren für marginalisierte Körpertypen. Wahre Body Positivity bedeutet jedoch auch, gesellschaftliche Veränderungen einzufordern, damit alle Körpertypen akzeptiert werden.

Warum ein gesundes Körperbild wichtig ist

Ein gesundes Körperbild bei Jugendlichen fördert ihr Selbstvertrauen und eine ausgewogene Einstellung zum Essen und zur körperlichen Aktivität. Ein negatives Bild von ihrem eigenen Aussehen hingegen kann zu Depressionen oder Essstörungen führen.

Als Eltern spielen Sie eine entscheidende Rolle bei der Förderung eines positiven Körperbilds Ihrer Kinder. Achten Sie darauf, wie Sie über Ihren eigenen oder andere Körper sprechen.

Ihre Worte haben mehr Einfluss, als Ihnen vielleicht bewusst ist.

Wie Sie Ihren Kindern helfen können

Sie sollten auch das Thema Social Media ansprechen. Diskutieren Sie mit Ihren Kindern darüber, was sie online sehen und ob es realistisch ist.

Erinnern Sie sie daran, dass Fotos bearbeitet und Filter verwendet werden können. Letztendlich geht es bei Body Positivity nicht nur um das Aussehen, sondern auch darum, was unser Körper für uns leistet.

Und diese Botschaft ist es, die wir unseren Kindern vermitteln sollten.

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