Ist das Handy schlecht für die Sprachentwicklung von Kindern?

Laura Martin
Laura Martin

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Wenn Eltern viel Zeit am Handy verbringen, kann das auf Kosten der sprachlichen Entwicklung ihrer Kinder gehen. Wir haben Tipps zum bewussteren Umgang.

Eltern und Kinder gemeinsam an je einem Smartphone.
Eltern und Kinder gemeinsam an je einem Smartphone. - Depositphotos

Eine intensive Handynutzung seitens der Eltern kann zu einer verminderten Kommunikation und Interaktion mit dem Nachwuchs führen. Und das wieder kann den Spracherwerb der Kleinen hemmen.

Smartphonenutzung entscheidet über Lernerfolg

In dem Kontext berichtete der US-amerikanische Fachverband für Psychologie, «American Psychological Association», 2017 von einer entsprechenden Studie. Diese konzentrierte sich auf 38 Elternteile, die versuchten, ihren Kleinkindern neue Worte beizubringen.

Interessanterweise zeigte die Untersuchung eine deutliche Diskrepanz im Lernerfolg der Kinder basierend auf einem einfachen Faktor: ob das Handy des Elternteils während der Unterrichtszeit klingelte oder nicht.

Wenn das Smartphone eines Elternteils sie unterbrach, lernten die Kinder das Wort am Ende nicht. Ein erstaunlicher Befund angesichts der Tatsache, dass dieselben Kinder keine Probleme hatten, das Wort ohne Unterbrechung zu lernen.

Handy: Fluch oder Segen für die Familie?

In unserer modernen Welt ist das Handy zum ständigen Begleiter geworden und bietet Zugang zu Arbeit, Freunden, Nachrichten und Spielen. Kein Wunder also, dass es uns so leicht in seinen Bann zieht.

Sind die Eltern ständig vom Smartphone abgelenkt, hat das auch Auswirkungen aufs Kind.
Sind die Eltern ständig vom Smartphone abgelenkt, hat das auch Auswirkungen aufs Kind. - Depositphotos

Doch wenn wir uns mehr auf unser Smartphone konzentrieren als auf unsere Kinder, könnten wir deren sprachliche Entwicklung unbewusst behindern. Denn abgelenkte Eltern haben weniger Zeit für bedeutsame Interaktionen und bieten ihren Kindern weniger Gelegenheiten zum Lernen.

Wenn Eltern durch ihr Mobilgerät abgelenkt sind, können sie sich insgesamt weniger mit ihrem Kind verbunden fühlen. Das kann zu einer verringerten Kommunikation führen und somit wichtige Wachstumschancen für das Kind einschränken.

Tipps für einen bewussteren Umgang mit dem Smartphone

Es ist zwar nicht einfach, den eigenen Handykonsum zu reduzieren. Doch ein weniger abgelenktes Verhalten kann grosse Vorteile für die Kommunikationsfähigkeiten unserer Kinder haben.

So ist es sinnvoll, handyfreie Zeiten einzuplanen, in denen man sich voll und ganz auf den Nachwuchs konzentrieren kann. Ratsam ist es, den Ton für Benachrichtigungen auszuschalten und nach Möglichkeit das Handy auf «Nicht stören» zu stellen.

Eine sinnvolle, gemeinsame Handynutzung kann die Interaktion zwischen Eltern und Kindern mitunter fördern.
Eine sinnvolle, gemeinsame Handynutzung kann die Interaktion zwischen Eltern und Kindern mitunter fördern. - Depositphotos

Handyfreie Bereiche im Zuhause geben mehr Raum für andere Dinge. Vielleicht ist es eine Idee, das Smartphone aus dem Spiel- oder Esszimmer komplett zu verbannen?

Weniger Apps, weniger Anziehung

Ist das Handy nicht mehr so attraktiv, besitzt es auch weniger Anziehungskraft: Besonders ablenkende Apps sollte man löschen.

Ein vollständiger Handyverzicht ist jedoch nicht notwendig. Es geht vielmehr darum, wie oft unsere Kinder uns beim endlosen Scrollen sehen.

Wenn wir unser Smartphone richtig nutzen, kann es sogar die Interaktion zwischen Eltern und Kind fördern. Das könnte zum Beispiel beim Videoanruf bei Oma und Opa der Fall sein oder beim gemeinsamen Lernen mit kindgerechten Apps.

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