Warum wir mit unseren Töchtern über Depressionen sprechen müssen

Maike Lindberg
Maike Lindberg

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Depressionen bei Jugendlichen sind auf einem neuen Höchststand. Warum gerade Mädchen so häufig betroffen sind und was Eltern tun können.

Depressionen können sich in sozialem Rückzug äussern.
Depressionen können sich in sozialem Rückzug äussern. - Depositphotos

Psychische Erkrankungen bei Teenagern haben sich in den letzten Jahren deutlich erhöht. Statistiken besagen, dass rund ein Drittel der Schweizer Jugendlichen zwischen 14 und 19 von psychischen Problemen betroffen sind.

Jeder elfte Jugendliche hat sogar schon versucht, sich das Leben zu nehmen. Depression gilt als zweithäufigste Todesursache für Menschen zwischen zehn und vierundzwanzig Jahren, insbesondere Mädchen sind gefährdet.

Die Statistiken zeigen auch, dass viele dieser Mädchen nicht die notwendige Behandlung erhalten. Mentale Gesundheit ist für viele Eltern ein Tabuthema, oft aus Unwissenheit oder Unsicherheit darüber, wie sie das Thema ansprechen sollen.

Warum sind Teenager-Mädchen besonders gefährdet?

Wissenschaftler sehen eine höhere Anzahl von Risikofaktoren im Leben junger Frauen als Grund für die Anfälligkeit von Mädchen für Depressionen. Zu diesen Faktoren gehört zum Beispiel Cybermobbing.

Cybermobbing kann zu Depressionen und Angstzuständen führen.
Cybermobbing kann zu Depressionen und Angstzuständen führen. - Depositphotos

Mädchen nutzen häufiger und intensiver Smartphones als Jungen und problematische Handynutzung wurde bereits mit Depressionen in Verbindung gebracht. Mädchen definieren sich häufig durch ihr Aussehen und durch die Anerkennung Gleichaltriger.

Vor allem die sozialen Medien haben den Druck auf Mädchen erhöht. Unrealistische Schönheitsideale und Kamerafilter sorgen oft dafür, dass Mädchen mit ihrem Erscheinungsbild unzufrieden sind und sich minderwertig fühlen.

Hoher Leistungsdruck in der Gesellschaft

In einer Gesellschaft, die immer schneller, weiter und höher hinaus will, ist der Druck auf den Einzelnen enorm. Extremer Leistungsdruck führt bei Jugendlichen ebenfalls dazu, sich als nicht ausreichend zu empfinden.

Versagensängste und Minderwertigkeitskomplexe können die Entstehung von Depressionen und Angstzuständen fördern. Depressive Verstimmungen hat jeder mal – das ist normal.

Diese verschwinden jedoch nach wenigen Tagen wieder. Aber eine Depression ist eine ernstzunehmende Krankheit.

Symptome einer Depression bei Jugendlichen

Folgende Symptome können auf eine Depression hindeuten:

- Sozialer Rückzug und innerer Rückzug mit dem stetigen Wunsch nach Alleinsein

- Unlust, Unmotiviertheit und Desinteresse (vor allem bei vorher geliebten Hobbys)

- Innere Unruhe und Gereiztheit

Depression ist ein negativer Gemütszustand, der über eine längere Zeit hin anhält.
Depression ist ein negativer Gemütszustand, der über eine längere Zeit hin anhält. - Depositphotos

Treten ein oder mehrere dieser Symptome auf, sollten Sie Ihre Tochter darauf ansprechen. Bieten Sie ihr Hilfe und Unterstützung an.

Wenn ein Gespräch keine Besserung zeigt und Ihr Kind sich weiterhin verschliesst, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Depressionen lassen sich in der Regel mit einer entsprechenden Therapie gut behandeln, sollten aber nie auf die leichte Schulter genommen werden.

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